Vom Newcomer zum Profi: Ein Velomobil bauen – nur mit Leidenschaft

Vom Newcomer zum Profi: Ein Velomobil bauen – nur mit Leidenschaft

Jeden Tag analysieren wir Nutzerdaten, Kennzahlen und Produktionsberichte. Aber Zahlen erzählen immer nur einen Teil der Geschichte. Das wahre Herz der Velomobil-Community schlägt für die Menschen, die mehr als nur ein Fahrrad suchen. Sie wollen etwas erschaffen, das ein Teil von ihnen selbst wird.

Genau das hat unser Kunde Massimo Pavan getan. Lange bevor er zu Velomobile World kam, um eine Probefahrt zu machen, sein Bülk Race zu bestellen und schließlich unser Markenbotschafter zu werden, begann Massimo eine bemerkenswerte Reise als Tüftler – in einer Garage, zusammen mit einer Handvoll treuer Freunde.

Vor zehn Jahren nahmen sie sich vor, ihr ganz eigenes, maßgeschneidertes Velomobil von Grund auf selbst zu bauen: das T-REX.

Wie alles begann: Der Weg zum eigenen Velomobil

Massimo brachte ein wunderschön dokumentiertes Fotoalbum mit dem Titel Ricetta per un velomobile („Rezept für ein Velomobil“) mit, dessen erste Einträge aus dem Jahr 2016 stammen. Dieses Album war weit mehr als nur eine Sammlung von Erinnerungen – es war der handfeste Beweis für echte, klassische Garagen-Tüftlerarbeit.

Schritt für Schritt: Der Velomobil-Eigenbau in der Garage

Der Bauprozess: Schritt für Schritt

1.Design & Planung: Spurweite, Wendekreis und Ergonomie.

Festlegen von Spurweite, Wendekreis und der Sitzposition des Fahrers (Ergonomie). Das Ziel ist es, die exakten Abstände so zu berechnen, dass die Außenhülle so schmal und windschnittig wie möglich wird, während die Beine immer noch genug Platz haben, um effizient zu treten.

2.Das Trike (Fahrgestell): Rahmenbau und Antrieb.

Zuschneiden und Verschweißen der rohen Stahl- oder Aluminiumrohre für den Rahmen des Liegedreirads (Trike). Anschließend wird die Lenkgeometrie eingestellt und die ersten Teile des Antriebsstrangs (Kette und Schaltung) verlegt.

3.Das „Skelett“: Bau des Urmodells.

Bauen einer sogenannten Positivform (ein massives Modell, das als Vorlage dient). Dafür werden hölzerne Querschnittsspanten entlang einer Mittelachse ausgerichtet. Die Zwischenräume werden mit Hartschaum aufgefüllt, um die aerodynamische Form des Fahrzeugs von Hand zu schnitzen.

4.Laminieren: Harz & Faser-Layup.

Das Glasfasergewebe und das Epoxidharz werden von Hand präzise in die Kurven des Urmodells eingearbeitet. Wichtig ist hierbei, dass das Gewebe perfekt mit Harz durchtränkt ist (Sättigung), ohne dass überschüssiges Material das Fahrzeug unnötig schwer macht.

5.Ausschneiden der Öffnungen: Cockpit und Radkästen.

Sorgfältiges Ausmessen und Ausschneiden der wichtigsten Öffnungen aus der fertigen Hülle: die Einstiegsluke (Cockpit), die Radkästen für den nötigen Lenkeinschlag und die Aussparungen für die Beleuchtung.

6.Der Innenraum: Finish und Vorbereitung.

Ausarbeiten des Innenraums, in dem der Fahrer später sitzt. Das rohe Laminat (die ausgehärtete Glasfaserschicht) wird von strukturellen Unebenheiten befreit und geglättet, um es für die Lackierung vorzubereiten.

7.Lackierung: Schutz und Optik.

Grundieren, Schleifen und Aufsprühen des finalen Lacks in leuchtendem Orange. Das schützt die darunterliegenden Verbundstoffschichten vor UV-Licht und Feuchtigkeit und sorgt für ein sauberes, glänzendes Finish.

8.Die Details: Feinarbeit.

Einbau der kleineren, aber entscheidenden Komponenten wie die Wetterdichtungen am Cockpit, die integrierten Scheinwerfer und die Halterungen für die Technik.

9.Endmontage: Hochzeit von Technik und Hülle.

Das finale Zusammenfügen von Mechanik und Verbundstoff. Der innere Trike-Rahmen wird dauerhaft in der ausgehärteten Hülle montiert, die langen Kettenlinien werden verlegt und das Lenkgestänge wird präzise ausgerichtet.

10.Die Baudokumentation: Erinnerungen festhalten.

Zusammenstellen aller technischen Zeichnungen, Garagenfotos und Meilensteine in einem physischen Fotoalbum, um die gesamte Reise von der Idee bis zum fertigen Fahrzeug zu dokumentieren.

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Der Wechsel zum Bülk Race: Wenn aus Leidenschaft Serie wird

Als Massimo zu uns in die Werkstatt kam, um das Bülk Race Probezufahren, brachte er die ganz besondere Perspektive von jemandem mit, der genau weiß, was es bedeutet, ein Fahrzeug von Grund auf selbst zu bauen. Er sah nicht einfach nur eine glänzende Carbonhülle – er verstand die praktischen Überlegungen hinter jeder einzelnen Kurve.

Das haben alle Modelle gemeinsam

Komfort & Platzangebot

Mit einer erstklassigen Schulterfreiheit bietet dieses Modell vier verschiedene Karosseriegrößen mit passenden, stabilen Seitenschutzsitzen. Der riesige Gepäckraum kann optional durch vordere Staufächer erweitert werden.

Sicherheit geht vor

Dieses Modell wurde gezielt für maximale Sicherheit und Zuverlässigkeit entwickelt. Es verfügt über ein GFK-verstärktes Cockpit, das gleichzeitig für besseren GPS-Empfang sorgt, einen schützenden Höcker im Kopfbereich (Sicherheits-Hutze) und eine stoßabsorbierende Sandwich-Bauweise aus Innegra und Nylon zum Schutz bei Aufprallen. Abgerundet wird das Sicherheitskonzept durch einen geschwungenen Schulterrand, der den Fahrer sicher im Cockpit hält, und ein redundantes, zweikreisiges Bremssystem, das selbst bei einseitigem Bremsen volle Kontrolle garantiert.

Wartung leicht gemacht

Dieses Design setzt konsequent auf Komfort und Alltagstauglichkeit: Große Serviceklappen an der Vorder- und Rückseite ermöglichen einen bequemen Zugriff auf das Tretlager, das Gepäck und den Antriebsstrang. Zudem sorgen seitliche Wartungsöffnungen mit Schnellspannachsen und extragroße Kettenumlenkrollen dafür, dass der Reibungswiderstand auf ein Minimum reduziert wird.

Extras & Technische Optionen

Das System verfügt über integrierte, absolut vibrationsfeste Spiegel und eine präzise Panzerlenkung (Zwei-Hebel-Lenkung), die optional durch eine Tiller-Lenkung (Zentral-Lenkung) ersetzt werden kann. Abgerundet wird das Ganze durch verschiedene Hauben-Varianten mit Antibeschlag-Belüftung sowie ein optionales Elektrik-Paket inklusive Scheinwerfer, Rücklicht, Blinker und Hupe.

Das neueste Modell – Das Bülk Race

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